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Aufsteiger des Monats: Brandon Fisher

27. Januar 2011, Comments (0)

Aufsteiger des Monats Januar ist Brandon Fisher.

In seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation hat US-Präsident Obama den hierzulande weitgehend unbekannten Firmengründer aus Pennsylvania als vorbildliche Verkörperung des amerikanischen Pioniergeistes gewürdigt. Obama kündigte in seiner Ansprache vor dem Kongress Sparmaßnahmen und neue Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung an. Sie sollen helfen, die US-amerikanische Führungsposition in der Welt abzusichern. Die Vereinigten Staaten stünden vor einem neuen historischen „Sputnik-Moment“, der über ihre zukünftige Rolle in der Welt entscheide.

In dieser Situation ginge es vor allem um eine Wiederbelebung des amerikanischen Spirits. Genau dafür stehe Brandon Fisher, der in der bei Pittsburgh gelegenen 2.000-Seelen-Stadt Berlin (!) eine Firma für Tiefenbohrungen betreibt. Als dieser im letzten Sommer vom Drama um die eingeschlossenen Bergleute in Chile hörte, kam er auf die Idee, seine Bohrtechnik zur Bergung der 33 Arbeiter einzusetzen. Letztlich sei das der Durchbruch in den Rettungsbemühungen gewesen.

Warum erwähnte Obama den Bohrexperten in seiner Rede? Amerikanische Komentatoren werten es als Versuch Obamas, sich als Präsident aller Amerikaner zu zeigen. Seine Botschaft: Es sind Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, die wie Brandon Fisher den American Dream verkörpern.

„From the earliest days of our founding, America has been the story of ordinary people who dare to dream“,

sagte Obama und weiter: „That’s how we win the future.“ Zunächst scheint er erst einmal Zustimmung unter den Wählern gewonnen zu haben – und ein wenig an Boden im patriotischen Wettbewerb mit den Anhängern der Tea Party, die Obama zuletzt vorgeworfen hatten, er würde die Einzigartigkeit Amerikas nicht genügend anerkennen.

Über dieses Blog

„Durch eigene Anstrengungen in der Gesellschaft voran kommen, ohne durch ethnische, räumliche oder soziale Herkunft gehindert zu werden: Kann es trotz der vielen Blockaden, die heute in der Bildung und bei der Integration Zugewanderter der sozialen Mobilität im Wege stehen, einen solchen „deutschen Traum“ geben? Dieses Blog diskutiert, ob das Ideal einer aufstiegsoffenen Gesellschaft für emanzipatorische Politik taugt."

Studie „Einwanderinnen und Einwanderer in den Räten deutscher Großstädte“

Studie „Kaum Bewegung, viel Ungleichheit“

Die Studie von Reinhard Pollak (WZB) zeigt, in Deutschland schaffen es weniger als 1% aus einem Elternhaus, in dem der Vater ungelernter Arbeiter ist, selbst in eine leitende Angestelltenposition zu gelangen.
Dagegen werden zwei Drittel der Kinder aus einer leitenden Angestelltenfamilie selbst leitende Angestellte.
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Böll.Thema

Die Ausgabe "Sozialer Aufstieg - Strategien gegen die blockierte Gesellschaft" von Boell.thema liefert Analysen, Reportagen und Überlegungen rund um Fragen sozialer Mobilität und das Leitbild der aufstiegsoffenen Gesellschaft.
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