Aufsteiger « Was ist der deutsche Traum?

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(Nicht-)Aufsteiger des Monats: Donald Duck

29. August 2011, Comments (2)

Aufsteiger des Monats August ist Donald Duck. Heute vor genau 60 Jahren erschien der erste Micky Maus-Comic in Deutschland. Während in den meisten anderen Ländern Donald Duck zur Titelfigur der Disney-Comics erwählt wurde, fiel in der Bundesrepublik die Wahl auf die rechtschaffende, oft rechthaberische kleine Maus, die dem deutschen Publikum bereits seit den 30er Jahren aus dem Kino bekannt war.

Beliebter jedoch als Micky war immer Donald aus Entenhausen, wohl gerade weil er im Gegensatz zum cleveren Micky ein ewiger Pechvogel ist. Eigentlich eine sehr unamerikanische Figur. Seinen Onkel Dagobert als Verkörperung des amerikanischen Traums immer vorm Schnabel, versagt Donald in jedem der vielen Jobs, die er anpackt – aus Übermut und nicht zuletzt weil er ein ziemlich fauler Erpel ist. Donald hat eigentlich immer Pech, ist immer Pleite – aber am Ende ist er doch glücklich und uns deshalb sympathisch. Er beweist das Geld nicht alles ist – selbst dann nicht, wenn man wie Dagobert darin schwimmen kann.

Foto: Joe Penniston (cc by-nc-nd 2.0)

Aufsteigerin des Monats: Oprah Winfrey

1. Juni 2011, Comments (0)

Aufsteigerin des Monats Mai ist Oprah Winfrey. Nach 25 Jahren täglicher Präsenz lief am 25. Mai die letzte Sendung der Show der amerikanischen Entertainerin im US-Fernsehen.

Bereits in den letzten Sendungen hatten sich die Superstars die Klinke in die Hand gegeben, um die 57-jährige Oprah in den Bühnen-Ruhestand zu verabschieden: Beyonce, Aretha Franklin, Barbra Streisand, Madonna, Stevie Wonder und Usher waren da, John Travolta, Tom Hanks, Halle Berry, Jamie Foxx, Will Smith, Tom Cruise und Michael Jordan. Alle huldigten der Talkqueen, die vom Time Magazine wiederholt zur mächtigsten Frau Amerikas, wenn nicht gleich der Welt erkoren worden war.

Ein Vierteljahrhundert lang gewährte die Oprah Winfrey Show Einblicke in das Leben und die Abgründe der „every day people“ genauso wie der ganz großen Stars. Und sie bot praktische Ratschläge für alle Lebensbereiche. Die Grundbotschaft war stets die denkbar amerikanischste: Nach jedem Rückschlag, so riet Oprah ihren Zuschauern, heißt es, das Leben mit Gottvertrauen in die Hand zu nehmen und daran zu arbeiten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Diesen American Dream verkörperte Oprah selbst. Im Jahr 1954, zu Zeiten der Rassentrennung in Mississippi in armen Verhältnissen geboren, von einem Familienmitglied missbraucht, gelang ihr der unwahrscheinliche Aufstieg in den Olymp des US-Entertainments, der sie zur Milliardärin machte.

Die mediale Präsenz von Oprah Winfrey dürfte einer der Gründe sein, warum der amerikanische Traum von „rags to riches“ in den USA weiter so lebendig ist, obwohl die tatsächlichen Chancen auf den sozialen Aufstieg in den USA im internationalen Vergleich eher gering sind und zwar vor allem auch, weil die Perspektiven der afroamerikanischen Bevölkerung noch immer schlecht sind.

Aufsteiger des Monats: Brandon Fisher

27. Januar 2011, Comments (0)

Aufsteiger des Monats Januar ist Brandon Fisher.

In seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation hat US-Präsident Obama den hierzulande weitgehend unbekannten Firmengründer aus Pennsylvania als vorbildliche Verkörperung des amerikanischen Pioniergeistes gewürdigt. Obama kündigte in seiner Ansprache vor dem Kongress Sparmaßnahmen und neue Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung an. Sie sollen helfen, die US-amerikanische Führungsposition in der Welt abzusichern. Die Vereinigten Staaten stünden vor einem neuen historischen „Sputnik-Moment“, der über ihre zukünftige Rolle in der Welt entscheide.

In dieser Situation ginge es vor allem um eine Wiederbelebung des amerikanischen Spirits. Genau dafür stehe Brandon Fisher, der in der bei Pittsburgh gelegenen 2.000-Seelen-Stadt Berlin (!) eine Firma für Tiefenbohrungen betreibt. Als dieser im letzten Sommer vom Drama um die eingeschlossenen Bergleute in Chile hörte, kam er auf die Idee, seine Bohrtechnik zur Bergung der 33 Arbeiter einzusetzen. Letztlich sei das der Durchbruch in den Rettungsbemühungen gewesen.

Warum erwähnte Obama den Bohrexperten in seiner Rede? Amerikanische Komentatoren werten es als Versuch Obamas, sich als Präsident aller Amerikaner zu zeigen. Seine Botschaft: Es sind Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, die wie Brandon Fisher den American Dream verkörpern.

„From the earliest days of our founding, America has been the story of ordinary people who dare to dream“,

sagte Obama und weiter: „That’s how we win the future.“ Zunächst scheint er erst einmal Zustimmung unter den Wählern gewonnen zu haben – und ein wenig an Boden im patriotischen Wettbewerb mit den Anhängern der Tea Party, die Obama zuletzt vorgeworfen hatten, er würde die Einzigartigkeit Amerikas nicht genügend anerkennen.

Aufsteiger des Monats Dezember

20. Dezember 2010, Comments (0)

Frohe Weinachten!
Foto: Tony (cc-by-nc-sa 2.0)

Aufsteiger des Monats: Mad Men

19. Oktober 2010, Comments (2)

Aufsteiger des Monats Oktober ist die US-amerikanische Fernsehserie Mad Men, die gerade auf ZDF neo angelaufen ist (läuft immer mittwochs 22.30 Uhr). Die Serie ist den USA der 60er Jahre angesiedelt. Im Mittelpunkt steht Don Draper, der Kreativdirektor der Werbeagentur SterlingCooper mit Sitz an der New Yorker Madison Avenue (daher „Mad men“).

Völlig zurecht ist die Serie des kleinen Bezahlsenders AMC in den USA mit Preisen überschüttet worden. Die Serie sieht gut aus, das Flair der 60er ist bis ins kleinste Detail liebevoll eingefangen worden. Es wird viel geraucht und getrunken im Büro. Vor allem geht es um den American Dream. Don Draper verkörpert nicht nur den Aufstieg von rags to riches, er ist ein Selfmade-Man im allerwahrsten Sinne des Wortes (dazu soll hier nicht mehr verraten werden).

Beiläufig zeichnet Mad Men nach, wie stark der American Dream eine Erfindung der Werbeindusrie der Nachkriegszeit ist und der American Way of Life ein vor allem ein Vehikel, um die Waren der neuen Massenkonsumindustrie zu verkaufen. In der DVD-Edition findet sich dazu die schöne Dokumentation mit dem sprechenden Titel „Selling the American Dream“. Urteil: Unbedingt ansehen.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=0I-WTCOTlOI[/youtube]

Über dieses Blog

„Durch eigene Anstrengungen in der Gesellschaft voran kommen, ohne durch ethnische, räumliche oder soziale Herkunft gehindert zu werden: Kann es trotz der vielen Blockaden, die heute in der Bildung und bei der Integration Zugewanderter der sozialen Mobilität im Wege stehen, einen solchen „deutschen Traum“ geben? Dieses Blog diskutiert, ob das Ideal einer aufstiegsoffenen Gesellschaft für emanzipatorische Politik taugt."

Studie „Einwanderinnen und Einwanderer in den Räten deutscher Großstädte“

Studie „Kaum Bewegung, viel Ungleichheit“

Die Studie von Reinhard Pollak (WZB) zeigt, in Deutschland schaffen es weniger als 1% aus einem Elternhaus, in dem der Vater ungelernter Arbeiter ist, selbst in eine leitende Angestelltenposition zu gelangen.
Dagegen werden zwei Drittel der Kinder aus einer leitenden Angestelltenfamilie selbst leitende Angestellte.
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Die Ausgabe "Sozialer Aufstieg - Strategien gegen die blockierte Gesellschaft" von Boell.thema liefert Analysen, Reportagen und Überlegungen rund um Fragen sozialer Mobilität und das Leitbild der aufstiegsoffenen Gesellschaft.
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