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Das Traumgesetz

26. November 2010, Comments (2)

Was in Deutschland nur schwer vorstellbar ist, in den USA ist es möglich: es wird über ein „Traumgesetz“ diskutiert. Einen „DREAM Act“ versucht Präsident Obama durch das Gesetzgebungsverfahren zu bekommen – mit ungewissem Ausgang.

Der Gesetzesentwurf zielt auf eine teilweise Legalisierung junger Zuwanderer unter 35 Jahren. Wer bereits fünf Jahre oder mehr in den USA lebt, vor dem 16. Geburtstag in die USA eingereist ist und über eine Hochschulberechtigung verfügt, soll eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bekommen und damit die Möglichkeit erhalten, zu studieren. Langfristig winkt gar die Einbürgerung.

Bereits seit fast zehn Jahren wird über den DREAM Act (Dream steht wenig träumerisch für „Development, Relief and Education for Alien Minors Act“) diskutiert, er scheiterte bislang immer wieder im Gesetzgebungsverfahren. Die Gegner kritisieren, dass das Gesetz illegale Zuwanderung belohnen würde. Die Verfechter des Gesetzesvorhabens, zu denen Präsident Obama gehört, weisen darauf hin, dass die Personengruppe, um die es geht, in jungem Alter mit den Eltern eingereist ist und daher kaum bestraft gehöre. Nicht zuletzt würden den USA viele Talente verloren gehen, wenn man diesen jungen Menschen eine Bildungskarriere verweigert.

Auf der Website der Befürworter heißt es

„Over three million students graduate from U.S. high schools every year. Most get the opportunity to test their dreams and live their American story. However, a group of approximately 65,000 youth do not get this opportunity; they are smeared with an inherited title, an illegal immigrant. These youth have lived in the United States for most of their lives and want nothing more than to be recognized for what they are, Americans.“

Foto: Klaus Friese (cc-by-nc-sa 2.0)

Veranstaltungshinweis: Konferenz „Europa und der American Dream“

21. Oktober 2010, Comments (1)

Foto: jazzlog, cc-by-nc/2.0

Die Erzählung des „American Dream“, also das Versprechen wonach Einheimische wie auch Einwanderer den sozialen Aufstieg für sich und nachkommende Generationen durch Bildung und Arbeit erreichen können, erfährt gegenwärtig eine politische Konjunktur. Unter Präsident Obama ist die Wiederbelebung dieses Mythos’ Wahlprogramm.

Auch in den europäischen Staaten ist das positive Leitmotiv für den Zusammenhalt in demokratischen und liberalen Gesellschaften unverzichtbar. Doch an welchem Versprechen orientieren sich die Menschen diesseits des Atlantiks?

Die Konferenz „Europa und der American Dream: Eine transatlantische Traumdeutung“, die am 27.Oktober in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin fragt, wie Politik für soziale Teilhabe und Mobilität in Europa, in den USA oder in Kanada gestaltet wird. Wie stark wird – hier wie dort – Teilhabe und Aufstieg als Ergebnis individueller Anstrengungen bzw. als Folge gesellschaftlichen Arrangements verstanden? Welcher kulturellen Bedingungen bedarf es für die Realisierung eines solchen Versprechens und welche Konsequenzen resultieren für sozialstaatliche und -politische Mechanismen?

Ausgeträumt? Obama und der „American Dream“

20. Oktober 2010, Comments (0)

Foto: Erik Sommer, cc-by-nc-sa/2.0

Lebt der „American Dream“ unter Barack Obama noch, der ja unter anderem angetreten ist, um gerade diese ur-amerikanische Erzählung wieder mit Leben zu füllen? Belinda Cooper vom World Policy Institute in New York ist sich da nicht sicher. In einem Artikel für die Heinrich-Böll-Stiftung berichtet sie, dass es für viele Amerikanern in Folge der Wirtschaftskrise nicht ums Träumen, sondern ums wirtschaftliche Überleben geht. Sie beobachtet eine eigentümliche Haltung zum Staat. Der solle sich nach Ansicht der meisten US-Bürger möglichst aus allen Angelegenheiten heraushalten, aber er solle dennoch die Krise bewätigen. Und Cooper berichtet über eine zunehmende Feindseligkeit gegenüber Einwanderern, für die es als eine der wenigen Gruppen noch so etwas gebe, wie den Amerikanischen Traum.

Über dieses Blog

„Durch eigene Anstrengungen in der Gesellschaft voran kommen, ohne durch ethnische, räumliche oder soziale Herkunft gehindert zu werden: Kann es trotz der vielen Blockaden, die heute in der Bildung und bei der Integration Zugewanderter der sozialen Mobilität im Wege stehen, einen solchen „deutschen Traum“ geben? Dieses Blog diskutiert, ob das Ideal einer aufstiegsoffenen Gesellschaft für emanzipatorische Politik taugt."

Studie „Einwanderinnen und Einwanderer in den Räten deutscher Großstädte“

Studie „Kaum Bewegung, viel Ungleichheit“

Die Studie von Reinhard Pollak (WZB) zeigt, in Deutschland schaffen es weniger als 1% aus einem Elternhaus, in dem der Vater ungelernter Arbeiter ist, selbst in eine leitende Angestelltenposition zu gelangen.
Dagegen werden zwei Drittel der Kinder aus einer leitenden Angestelltenfamilie selbst leitende Angestellte.
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Böll.Thema

Die Ausgabe "Sozialer Aufstieg - Strategien gegen die blockierte Gesellschaft" von Boell.thema liefert Analysen, Reportagen und Überlegungen rund um Fragen sozialer Mobilität und das Leitbild der aufstiegsoffenen Gesellschaft.
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