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Selbst daran Schuld? – Der Absturz der Mittelschicht

31. Januar 2011, Comments (1)

Am Freitag, den 7.2 um 19 Uhr lädt die Heinrich-Böll-Stiftung zur Diskussionsveranstaltung „Was ist los mit der Mittelschicht? Zur Krise eines Sehnsuchtsortes„. Mit von der Partie ist die taz-Autorin Ulrike Herrmann. Sie ist Autorin des Buches „Hurra, wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht“ und wird erläutern, worin genau der von ihr diagnostizierte Selbstbetrug der Mitte besteht. Grob gesagt, behauptet Ulrike Herrmann, dass die Mittelschicht nicht in der Lage ist, für die eigenen Interessen einzutreten. Sie würde nicht wahrnehmen, wie weit sie von der Oberschicht entfernt ist, wie unwahrscheinlich es ist, aus der Mitte nach oben aufzusteigen.
Statt sich dafür einzusetzen, dass die Reichen finanziell stärker belastet werden, verschwende sie Kraft und Aufmerksamkeit darauf, sich von der Unterschicht abzugrenzen.

Dabei wäre es das ureigene Interesse der Mitte, sich mit den Armen zu verbünden, so Herrmann, „denn solange sich die Mittelschicht weiterhin mit aller Macht gegen die Unterschicht abgrenzt, wird sie jene Allianz mit den Eliten fortsetzen, die alleine den Reichen nutzt.“

Was ist dran an der vermeintlichen Selbsttäuschung der Mittelschichten? Ist sie die Ursache, für das Abbröckeln der gesellschaftlichen Mitte, die immer wieder beklagt wird? Das diskutiert Ulrike Herrmann am 7. Februar mit Berthold Vogel (Uni Kassel) und Jürgen Kaube (FAZ).

Foto: Helico (cc by-nc-nd 2.0) Die Aufnahme zeigt das Werk „Auch Helden haben schlechte Tage“ von Marcus Wittmers vor dem Jüdischen Museum Berlin.

Über dieses Blog

„Durch eigene Anstrengungen in der Gesellschaft voran kommen, ohne durch ethnische, räumliche oder soziale Herkunft gehindert zu werden: Kann es trotz der vielen Blockaden, die heute in der Bildung und bei der Integration Zugewanderter der sozialen Mobilität im Wege stehen, einen solchen „deutschen Traum“ geben? Dieses Blog diskutiert, ob das Ideal einer aufstiegsoffenen Gesellschaft für emanzipatorische Politik taugt."

Studie „Einwanderinnen und Einwanderer in den Räten deutscher Großstädte“

Studie „Kaum Bewegung, viel Ungleichheit“

Die Studie von Reinhard Pollak (WZB) zeigt, in Deutschland schaffen es weniger als 1% aus einem Elternhaus, in dem der Vater ungelernter Arbeiter ist, selbst in eine leitende Angestelltenposition zu gelangen.
Dagegen werden zwei Drittel der Kinder aus einer leitenden Angestelltenfamilie selbst leitende Angestellte.
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Böll.Thema

Die Ausgabe "Sozialer Aufstieg - Strategien gegen die blockierte Gesellschaft" von Boell.thema liefert Analysen, Reportagen und Überlegungen rund um Fragen sozialer Mobilität und das Leitbild der aufstiegsoffenen Gesellschaft.
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