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Blog „Was ist der deutsche Traum?“ beendet

24. Juli 2012, Comments (0)

Liebe Leserinnen und Leser,

das Blog „Was ist der deutsche Traum?“ wird nicht weitergeführt.  Wir möchten Ihnen und Euch danken für spannende Diskussionen.

 

Die Redaktion

Studie „Vielfalt sucht Rat“ – Ratsmitglieder mit Migrationshintergrund stark unterrepräsentiert

13. Dezember 2011, Comments (0)

Unsere Stadtparlamente sind noch weit davon entfernt, die kulturelle und ethnische Vielfalt in unserem Land widerzuspiegeln – gerade einmal 4% aller kommunalen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger haben einen Migrationshintergrund. Sie stellen nur knapp vier Prozent der Ratsmitglieder in den deutschen Großstädten. Das steht im krassen Gegensatz zum teilweise zehnfach höheren Anteil von Migrant_innen an der Bevölkerung mancher deutscher Großstädte. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Vielfalt sucht Rat. Ratsmitglieder mit Migrationshintergrund in deutschen Großstädten“ des Göttinger Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Mercator. Die Studie untersucht erstmals die Repräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund in den Räten aller deutschen Großstädte, 77 insgesamt.

Cover Studie Vielfalt sucht Rat

Download (PDF 1782 kb, 77 Seiten)

Die Ergebnisse der neu erschienene Studie wurden gestern in der Heinrich-Böll-Stiftung vorgestellt. Eingeladen waren dazu Mandatsträger_innen der Berliner Bezirksversammlungen und des Abgeordnetenhauses Vertreter_innen von Parteien, Verbänden und der Medien. Zentrales Ergebnis ist, dass zwar der Anteil der Migrantinnen und Migranten in den Lokalparlamenten steigt, von gut 2,5 % auf gegenwärtig etwas über 4 %. Das liegt sehr weit unter dem tatsächlichen Bevölkerungsanteil, hat doch mittlerweise fast ein Viertel der Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund, örtlich, z. B. in Frankfurt, über 40 Prozent. Frankfurt ist denn auch die Stadt mit den meisten Einwander_innen in der Stadtverordnetenversammlung: fast 17 % der Ratsmitglieder haben ein Migrationshintergrund. Weniger erfreulich ist jedoch, dass immer noch 15 der 77 deutschen Großstädte gar keine Einwanderer in den Räten haben, darunter Städte wie Mannheim und Ingolstadt, wo fast 40% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben. Hier ist Deutschland definitiv noch ein Entwicklungsland in Sachen politischer Partizipation. Kann von gelungener Integration doch erst die Rede sein, wenn Migrantinnen und Migranten auch ganz selbstverständlich in den Parlamenten vertreten sind.

Die Studie bringt aber auch Überraschendes zu Tage. So ist es interessant, dass entgegen landläufiger Klischees das lokale Engagement sowohl der Türkeistämmiger als auch von Frauen überdurchschnittlich ist: 40% der Ratsmitglieder mit Migrationshintergrund sind Frauen, deutlich mehr als die 33% unter den Mandatsträgerinnen ohne Migrationshintergrund. Und während die türkeistämmigen Migrant_innen  nur ca. ein Viertel der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ausmachen, sind sie in den kommunalen Vertretungen mit über 37% fast doppelt so stark repräsentiert: ein imposanter Ausweis ihres politischen Engagements!

Zur Sprache gebracht wurde bei der Präsentation auch die Frage der Diskriminierung. Tatsächlich gibt die große Mehrheit der Befragten an, keine Diskriminierung erfahren zu haben. Das steht allerdings im Widerspruch zum häufig erlebten Alltagsrassismus. Der Charlottenburger SPD-Verordnete und Rechtsanwalt Bassam Al Abed berichtete, dass er bei einer Verhandlung vom Richter für seine „guten Deutschkenntnisse“ gelobt wurde. Grotesk, wenn man bedenkt, dass er in Berlin geboren, aufgewachsen, zur Schule und Universität gegangen und als Anwalt zugelassen ist.

Interesse wurde auch an weiteren Forschungen bekundet, besonders ob und wie sich ein relativ hoher Anteil von Migrant_innen im Lokalparlament auswirkt: auf die Situation der Eingewanderten aber auch auf die Stadt als ganze. Zunächst aber sollten die Ergebnisse der vorliegenden Studie breit zur Kenntnis genommen werden. Eine lebendige Demokratie bedarf der Partizipation aller Bevölkerungsgruppen, gerade auch in unseren Parlamenten. Die Studie zeigt, dass wir davon trotz gewisser Fortschritte noch weit entfernt sind.

Die Studie steht ab sofort zum Download zur Verfügung oder kann bei der Heinrich-Böll-Stiftung kostenfrei bezogen werden.

Abschluss der Veranstaltungsreihe „Angekommen“: Film und Dossier „Zu Hause in Almanya“

30. November 2011, Comments (0)

Heute abend, am 30.11.2011, findet die Fimreihe „Blicke zurück und nach vorn – 50 Jahre deutsch-türkische Filmgeschichten“ ihr Ende. Zum Abschluss laden wir ab 19 Uhr nochmals zum Film gucken, diskutieren und zu einem kleinen Snack in der Heinrich Böll Stiftung (Schumanstr. 8, 10117 Berlin) ein. Wir zeigen „Ein Fest für Beyhan“ von Ayse Polat und den Dokumentarfilm „Wir sitzen im Süden“ der Filmemacherin Martina Priessner. Sie stellt darin vier deutschtürkische Mitarbeiter_innen von Istanbuler Call-Centern vor.

Titelbild und Download des Dossiers

Download des Dossiers (PDF 983 kb, S. 72)

Pünktlich zum Abschluss der Filmreihe, der auch den Abschluss unserer Veranstaltungsreihe „Angekommen“ zum 50 jährigen Jubiläum der Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und Deutschland markiert, präsentieren wir zudem das Dossier „Zuhause in Almanya – Türkisch-deutsche Geschichten & Lebenswelten“.

Im Mittelpunkt stehen dabei einzelne Menschen – aus der Türkei, Menschen aus Deutschland, Almancis, Deutschtürk_innen, Einwander_innen, Auswander_innen, Angekommene, Zurückgekehrte, Pendelnde – die große Vielfalt!

Doch anders als so oft geht es in diesem Dossier nicht um problembehaftete Themenfelder, seien es vom Mainstream problematisierte oder aber tatsächlich problematische Dinge. Der Fokus liegt auf Alltagsgeschichten und -phänomenen: Film, Fernsehen, Musik, Essen, Reisen und Witze. Auch werden Erfolgsgeschichten von Unternehmer_innen mit Wurzeln in der Türkei oder die Vielfalt der türkischen Community in den Blick genommen.

Die im Dossier versammelten Aufsätze geben einen Eindruck davon, wie vielfältig die Menschen,  ihre Beiträge und Lebensrealitäten sind. Gerade hier kann sich zeigen, was „gelungene Integration“ sein kann. Zum Gesamtbild gehört eben auch der Blick auf die wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen und die Erfolge der Einwander_innen, die Zentrum, ja im Herzen der Gesellschaft stattgefunden haben und statt finden.

Die MID-Redaktion wünscht viel Spass bei der Lektüre!

Die Toronto-Roadshow macht Halt in Berlin: Gute Ideen aus Kanada

30. November 2011, Comments (0)

Urbane Ballungsräume sind oft geprägt von multikultureller Vielfalt. Dieser Vielfalt gerecht zu werden und jedem Einzelnen eine Chance auf Selbstverwirklichung zu bieten, ist eine soziale, ökonomische und politische Herausforderung für alle Metropolen dieser Welt.

 Viele Städte stellen sich dieser Herausforderung und haben innovative Ansätze der  Inklusion entwickelt – oft unabhängig von der nationalen Politik ihres Landes. Unter    dem Titel „Toronto Roadshow – Good Ideas from Canada“ sollen Berlin und Toronto    miteinander ins Gespräch kommen, um sich über die städtische Politik des  Multikulturalismus und der Inklusion sowie deren praktische Umsetzung auszutauschen  und so von den Erfahrungen der jeweils anderen Metropole zu lernen. Dabei werden  ausgewählte Vertreter/innen verschiedener Politik- und Gesellschaftsbereiche (Politik,    Verwaltung, Arbeit & Wirtschaft, Bildung, Medien & Kultur, Polizei) von ihrer Arbeit vor  Ort berichten und erfolgreiche Projekte vorstellen.

Die Roadshow-Delegation besucht  in Deutschland außerdem Köln, Stuttgart und  Hamburg.

Heute sind u.a. dabei:

  •  Peter M. Boehm (Botschafter von Kanada in Deutschland)
  •  Elizabeth McIsaac (Executive Director, The Toronto Region Immigrant Employment Council)
  • Donna Quan (Deputy Director, Education, Toronto District School Board)
  • Matt Galloway (Host, Metro Morning Show, Canadian Broadcasting Corporation)
  • Peter Sloly (Deputy Police Chief, Toronto Police Service)
  • Marlene Kölling (Stellv. Leiterin der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung, LADS)
  • Ute Novakovic (Stellv. Leiterin des Büros für Integration und Migration der Berliner Polizei)
  • Brigitta Gabrin (Chefredakteurin, Radio Multicult 2.0)
Die Veranstaltung findet in der Heinrich-Böll-Stiftung in der Schumannstr. 8, 10117 Berlin statt, ein Livestream ist eingerichtet.

Podiumsdiskussion „Design & Politics“: Auf in Unsere Stadt!

25. November 2011, Comments (0)

Heute Nachmittag, 25.11.2011, findet in der Reihe Design & Politics eine Podiumsdiskussion statt. Die Reihe, die sich mit raum- und stadtplanerischen Fragen auseinandersetzt, nimmt sich diesmal dem Thema Migration an und steht unter dem Titel „Who is Our city“. Ausgerichtet wird die Reihe vom Aedes Network Campus Berlin (ANCB), ein „Labor für Metropolen“, das Leute aus Architektur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammenbringt und wird dabei von der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.

Somewhere outside of Shanghai

75-90-3: Zusammenrücken in den Städten

Zur Debatte steht in der heutigen Veranstaltung besonders das  sogenannte 75-90-3 Model: in baldiger Zukunft werden 75% der  Weltbevölkerung 90% der globalen Wirtschaftsleistung auf nur 3% der  Erdoberfläche erwirtschaften. Diese enorme räumliche Konzentration  wird vielfältige Herausforderungen mit sich bringen, in der Diskussion  soll aber das Potential dieser rasanten Urbanisierung im Mittelpunkt  stehen. Zentrale Frage ist dabei, wie aus einer heterogenen Bevölkerung  „Mehrwert für Alle“, vor allem aber eine Stadt für alle – „Unsere Stadt“ –  entstehen kann. Die Veranstaltung wird eröffnet von Mekonnen  Mesghena, Referent für Migration und Diversity in der Böll-  Stiftung Henk Ovink aus dem Ministerium für Infrastruktur und  Umwelt der Niederlande und Àine Ryan von ANCB.

An der Diskussion nehmen teil:

Martin-Rein Cano Founding partner, Topotek 1, Landscape Architecture, Berlin
Barbara John Politikwissenschaftlerin, Professorin für Ethnologie, Humboldt Universität zu Berlin; ehem. Beauftragte für Integration und Migration, Berlin
Olv Klijn Gründungspartner: FABRIC Architecture and Urbanism, Amsterdam
Ratna Omidvar Präsidentin Maytree Foundation, Toronto
Arnold Reijndorp Architekt und Soziologe, Professor für Socio-Economic and Spatial Development of New Urban Areas, Universität von Amsterdam
Franz Schulz Bürgermeister von Kreuzberg-Friedrichshain, Berlin (tbc)

 

Die Diskussion wird auf Englisch geführt. Veranstaltungsort ist der ANCB in der Christinenstr. 18-19 in Berlin (U-Bahnhof Senefelderplatz), los geht’s um 16:30 bis 18:30. Weitere Infos gibt es auf der Website von ANCB.

 

Foto von: Leonardo Bonanni  LizenzNamensnennungCC BY-NC-SA 2.0 OriginalFlickr

Loredana Nemes im Zwischenraum für Kunst & Migration

21. November 2011, Comments (0)


Ünal, Neukölln, 2009

Ünal, Neukölln, 2009

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Angekommen – 50 Jahre Anwerbeabkommen“, die das Programmteam im Oktober und November durchführte, wurden auch Fotografien aus der prämierten Serie „Beyond- Berliner Männerwelten“ von Loredana Nemes gezeigt. Die Aufnahmen sind zwischen 2008 und 2010 entstanden und zeigen zum einen Außenansichten von türkischen und arabischen Cafés in Berlin, zum anderen Porträts der Cafébesucher, schemenhaft wahrgenommen und ausdrucksstark. Während die Fotografin mit ihrer Linhoff-Plattenkamera draußen bleibt, posieren die Männer hinter dem charakteristischen Sichtschutz aus Milchglas und Vorhängen. Die Bilder sind mittlerweile abgehängt, dafür kann man sich eine Auswahl noch auf in der Online-Galerie „Zwischenraum für Kunst & Migration“ der MID-Kolleginnen anschauen.

Zu sehen gibt’s auch noch etwas in der Filmreihe „Blicke  zurück und nach vorn – Deutsch-türkische Filmgeschichten“: Am kommenden Mittwoch, 30.11.11 werden zum Abschluss der mehrfach ausgezeichnete Kurzfilm „Ein Fest für Beyhan“ von Ayse Polat und der Dokumentarfilm „Wir sitzen im Süden“ zu sehen sein. Die Filmemacherin Martina Priessners stellt darin vier deutschtürkische MitarbeiterInnen von Istanbuler Call-Centern vor. Alle in Deutschland aufgewachsen finden sie sich nun in der Heimat ihrer Eltern, sind doch nicht angekommen und haben sich stattdessen in einem „Ersatz-Deutschland“ eingerichtet. Los geht es um 19 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumanstr. 8 in Berlin.

Auf (Aus-) Steiger des Monats: Stephan Ertner

16. November 2011, Comments (0)

Auf (Aus-) Steiger des Monats: Stephan Ertner

Stephan Ertner

Stephan Ertner an seiner alten Wirkungsstätte

Up and Away: Stephan Ertner, der seit 2008 Referent für Bildung und Wissenschaft, Koordinator des Programmteams „Soziale Teilhabe und Faire Aufstiegschancen“ und auch „Deutscher Traum“-Blogger war, hat ein letztes Mal seinen Schreibtisch aufgeräumt (mehr oder weniger). Seit September kümmert er sich im Stuttgarter Wissenschaftsministerium nun ums Grundsätzliche. Ersten Berichten zufolge konnte er immerhin schon seine 45- zu einer 65 Stunden Woche ausbauen. Tja, im deutschen Traum gibt es eben ohne Fleiß keinen Preis. Der Preis soll in Stephans Fall unter anderem die Verankerung des Prinzips Nachhaltigkeit an den Hochschulen im Ländle (und darüber hinaus!) sein. Und so wälzt er nun Aktenberge, streitet sich mit Universitätspräsident_innen und wirbt auf Konferenzen für die Nachhaltigkeit. „Team Aufstieg“ aus den Böll-Headquarters schickt die besten Grüße und wünscht viel Erfolg!

Und in eigener Sache: „Was ist der deutsche Traum“ (W.i.d.d.T.) ist wieder lebendig. In Zukunft soll es hier mehr von der Arbeit des Programmteams „Soziale Teilhabe und faire Aufstiegschancen“ zu lesen geben: Vor dem Hintergrund des 50 jährigen Jubiläums des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens nehmen wir nochmal ein paar Aspekte unserer Reihe „Angekommen“ auf. Wir schauen uns zum Beispiel die Vielfalt in der Türkei an, die mit den Gastarbeiter_innen auch nach Deutschland kam; und wir widmen uns dem „Rückkehrer-Phänomen“, denn mehr und mehr gut ausgebildete Deutsch-Türk_innen suchen ihr Glück mittlerweile in der Türkei. Die namensgebende Frage, was den deutschen Traum ausmacht (oder ausmachen könnte) soll nochmal angegangen werden – zuletzt hatte sich Zafer Şenocak in seiner viel beachteten Aufklärungsschrift „Deutschsein“ dazu geäußert. Und weiterhin gibt’s natürlich den Auf-/Aus-/Ab-/Einsteiger des Monats.

Liebe Leserinnen und Leser, das W.i.d.d.T.-Angebot ist reichhaltig. Bleiben Sie dran und kommentieren Sie munter!

 

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung/ Stephan Röhl Lizenz:  CC BY-SA 2.0 Original: Flickr

(Nicht-)Aufsteiger des Monats: Donald Duck

29. August 2011, Comments (2)

Aufsteiger des Monats August ist Donald Duck. Heute vor genau 60 Jahren erschien der erste Micky Maus-Comic in Deutschland. Während in den meisten anderen Ländern Donald Duck zur Titelfigur der Disney-Comics erwählt wurde, fiel in der Bundesrepublik die Wahl auf die rechtschaffende, oft rechthaberische kleine Maus, die dem deutschen Publikum bereits seit den 30er Jahren aus dem Kino bekannt war.

Beliebter jedoch als Micky war immer Donald aus Entenhausen, wohl gerade weil er im Gegensatz zum cleveren Micky ein ewiger Pechvogel ist. Eigentlich eine sehr unamerikanische Figur. Seinen Onkel Dagobert als Verkörperung des amerikanischen Traums immer vorm Schnabel, versagt Donald in jedem der vielen Jobs, die er anpackt – aus Übermut und nicht zuletzt weil er ein ziemlich fauler Erpel ist. Donald hat eigentlich immer Pech, ist immer Pleite – aber am Ende ist er doch glücklich und uns deshalb sympathisch. Er beweist das Geld nicht alles ist – selbst dann nicht, wenn man wie Dagobert darin schwimmen kann.

Foto: Joe Penniston (cc by-nc-nd 2.0)

Allensbach-Studie: Wachsende Schichtunterschiede

18. August 2011, Comments (0)

Die Mehrheit der Deutschen erwartet, dass die Unterschiede zwischen den sozialen Schichten weiter wachsen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach für die Frankfurter Allgemeine Zeitung durchgeführt hat.

Institutsleiterin Köcher schreibt in der FAZ vom 17.8., dass diese Einschätzung durchaus begründet sei, denn die materielle Lage der sozialen Schichten entwickle sich tatsächlich auseinander. Während Mittel- und Unterschicht vom Arbeitseinkommen und damit stark von der wirtschaftlichen Konjunktur abhängig seien, hätte sich die Oberschicht aus dieser Abhängigkeit befreit. Ihr Wohlstand gründe sich zunehmend auf Vermögenseinkünften, Erbschaften und Schenkungen.

Mit den materiellen Unterschieden würden sich auch soziale und kulturelle Differenzen verfestigen, heißt es weiter. So entwickle sich insbesondere die Gesundheitsorientierung sowie das Interesse an Politik und Kultur auseinander – ein letztlich sich selbst verstärkender Prozess.

„Von den Eltern von Schulkindern aus den höheren sozialen Schichten möchten annähernd 70 Prozent ihren Kindern unter anderem Lesefreude vermitteln, von den Eltern aus den unsteren sozialen Schichten gerade einmal 26 Prozent“

Das materielle Auseinanderdriften der Schichten erfolge fast „zwangsläufig“ in längeren Friedenzeiten, schreibt Köcher. Auf diese Grundtendenz hat auch der Tübinger Soziologe Christoph Deutschmann mehrfach hingewiesen – und macht darin eine Ursache für Finanzkrisen aus, weil das in den Oberschichten akkumulierte Kapital keine produktiven Anlagegelegenheiten findet und es so zu Finanzblasen komme, die am Ende platzen.

Foto: redronafets (cc by-nc-nd 2.0)

Sommerpause

5. August 2011, Comments (0)

Was ist der deutsche Traum? Im Moment, ganz klar: Besseres Wetter!

Der Blog „Was ist der deutsche Traum? Bildung – Integration – Aufstieg“ macht jetzt dennoch Urlaub.

Foto: xylophon (cc by-nc 2.0)

Über dieses Blog

„Durch eigene Anstrengungen in der Gesellschaft voran kommen, ohne durch ethnische, räumliche oder soziale Herkunft gehindert zu werden: Kann es trotz der vielen Blockaden, die heute in der Bildung und bei der Integration Zugewanderter der sozialen Mobilität im Wege stehen, einen solchen „deutschen Traum“ geben? Dieses Blog diskutiert, ob das Ideal einer aufstiegsoffenen Gesellschaft für emanzipatorische Politik taugt."

Studie „Einwanderinnen und Einwanderer in den Räten deutscher Großstädte“

Studie „Kaum Bewegung, viel Ungleichheit“

Die Studie von Reinhard Pollak (WZB) zeigt, in Deutschland schaffen es weniger als 1% aus einem Elternhaus, in dem der Vater ungelernter Arbeiter ist, selbst in eine leitende Angestelltenposition zu gelangen.
Dagegen werden zwei Drittel der Kinder aus einer leitenden Angestelltenfamilie selbst leitende Angestellte.
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Böll.Thema

Die Ausgabe "Sozialer Aufstieg - Strategien gegen die blockierte Gesellschaft" von Boell.thema liefert Analysen, Reportagen und Überlegungen rund um Fragen sozialer Mobilität und das Leitbild der aufstiegsoffenen Gesellschaft.
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